Blutspenden: Leben retten oder rettet es dich selbst?

Obwohl jeder Mensch praktisch jeden Tag seines Lebens im Falle eines Unfalls oder einer Operation auf eine lebensrettende, fremde Blutspende angewiesen sein kann, spenden leider im Schnitt nur ca. 3% der Bevölkerung Blut. Dabei ist Blutspenden nicht nur lebensrettend – denn bis heute hat die Medizin noch keinen künstlichen Ersatzstoff für den wertvollen, roten Lebenssaft gefunden -, sondern kommt sogar der eigenen Gesundheit zugute.

Freiwillige Spender profitieren nicht nur von der Ermittlung der eigenen Blutgruppe und des Rhesusfaktors, welche in den persönlichen Unfall- und Blutspenderpass eingetragen werden und welcher bei einem Unfall wertvolle Zeit sparen kann. Die Blutspende ist immer auch ein kleiner Gesundheitscheck. Erstspender werden zunächst eingehend von einem Arzt untersucht. Blutdruck, Puls, Temperatur und der Hämoglobinwert werden gemessen. Ob das Blut zur Spende geeignet ist, wird von Experten direkt vor Ort festgestellt. Dadurch ist es auch ausgeschlossen, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt zu einer Infektion kommt.

Bei jeder Spende findet außerdem eine umfassende Untersuchung des Blutes statt. So können schwerwiegende Krankheiten und auch Mangelerscheinungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Zu den Laboruntersuchungen gehört auch ein Antikörper-Test, der sich auf körperfremde Blutzellen ausrichtet und der gefährliche Zwischenfälle bei eigenem Blutbedarf verhindert. Das Blut wird zudem auf gefährliche Infektions- und Geschlechtskrankheiten wie Hepatitis oder Syphilis untersucht. Einen wichtigen Teil der Vorsorgeuntersuchungen bildet auch der Test auf Antikörper gegen die Erreger der Immunschwäche AIDS.

Des Weiteren wird durch das Blutspenden die Neubildung von Blutzellen über Stammzellen und der gesamte Kreislauf angeregt. Aktuellen Studien konnten außerdem beweisen, dass regelmäßiges Blutspenden langfristig den Blutdruck und somit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Der positive Effekt der Blutspende beruht darauf, dass die neu gebildeten frischen roten Blutkörperchen elastischer sind und dafür sorgen, dass sich das Blut leichter und mit weniger Druck durch den Körper pumpen lässt. Laut Untersuchungen bleibt der Blutdruck bei regelmäßigen Spenden im Abstand von drei Monaten konstant auf niedrigem Niveau. Dadurch kann man ggf. sonst erforderliche Blutdrucksenker minimieren oder in Absprache mit einem Arzt sogar ganz darauf verzichten.

Durch die Ausschwemmung von Cholesterin kann laut Studien bei Männern sogar das Herzinfarktrisiko gesenkt werden. Die Blutfettwerte bessern sich bei regelmäßigem Blutspenden dauerhaft.

Blutspender berichten außerdem über eine höhere Leistungsfähigkeit, ein besseres Körpergefühl und erhöhte Vitalität.

Blut spenden darf übrigens jeder gesunde Mensch zwischen 18 und ca. 65 Jahren mehrmals im Jahr. Zwischen zwei Spenden muss dabei nur eine Zeitspanne von mindestens acht Wochen liegen. Insgesamt dürfen Frauen aufgrund ihres erhöhten Eisenbedarfs maximal fünfmal und Männer sechsmal jährlich Blut spenden. Die Spender sollten außerdem mindestens 50 kg schwer sein. Sonstige Voraussetzungen gibt es nicht. Ein gesunder Körper kann den Blutverlust innerhalb weniger Tage sehr gut ausgleichen. Es ist nur wichtig, davor und danach ausreichend zu trinken und zu essen. Um das sicher zu stellen, gibt es bei jeder Blutspende normalerweise auch einen Imbiss zur Stärkung danach. Außerdem sollte man sich unmittelbar nach der Blutspende eine Ruhepause von 30 Minuten gönnen.

Termine zur Blutspende gibt es in Deutschland und Österreich nahezu täglich in verschiedenen Regionen